Villa

villaDie Villa

 

 In der „Villa“ begann 1980 die heilpädagogische Arbeit als Internat. Die Sonnenhellwegschule in Bielefeld suchte für Kinder, die einen sehr weiten Heimweg hatten, eine Wohnmöglichkeit auf dem Lande. Hier lebten nun die Kinder in einer kleinen Gruppe unter der Woche – an jedem Wochenende und in den Ferien fuhren alle Kinder wieder nach Hause zu ihren Eltern.

Heute arbeitet in der Villa ein multiprofessionelles Team und begleitet 11 Bewohner in 2 kleinen Gruppen. Die Villa bietet auf dem Lande ein aufmerksames, gesundendes Umfeld, in welchem schützende und anregende Elemente sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.

Direkt am Haus gibt es einen Hühnerstall, der glücklichen Hühnern ein Zuhause gibt. Gut behütet von einem stolzen Hahn legen sie Eier, die gern als Grundlage für Kuchen und anderen essbaren Leckereien genommen werden. Die Minischweine Julius und Caesar laden zum Streicheln ein und werden von den Kindern versorgt.

Es gibt Apfelbäume am Haus, jedes Jahr im Herbst werden sie gepflückt und weiter verarbeitet.
Es gibt also immer etwas zu tun in der Villa. Die Jungen haben ein Baumhaus gebaut, als weitere Rückzugsmöglichkeit dient ein Bauwagen. Die Erlebnispädagogik ergibt sich aus dem Lebensalltag.
Wir verstehen unsere Arbeit grundsätzlich  als Familien ergänzend und unterstützend, in Ausnahmefällen auch Familien ersetzend.
Die Gruppenstruktur darf sich je nach Belegung verändern, zeitweise leben 4-5  und manchmal 5-6 in einer Gruppe, je nach dem wer sich mit wem gerade gut versteht.
Sicherheit gebende räumliche und zeitlich klare Strukturen. Tragfähige, soziale Beziehungen sind wichtige Bestandteile unseres heilpädagogischen Gefüges. Die Betreuung erfolgt über Jahresarbeitszeitkonten ausbalancierte Dienstpläne mit geteilten Diensten unter der Bestrebung, die Kinder und Jugendlichen größtmögliche Regelmäßigkeit und Kontinuität erleben zu lassen.
Durch die lebendige Auseinandersetzung mit dem Menschenverständnis der Anthroposophie und durch eine individuelle, ganzheitliche Diagnostik in unseren Kinderkonferenzen entwickelt das jeweilige „multiproffessionelle“ Team (Heilpäd./Diplom Sozialpädag./Altenpflege/Krankenpflege, Erzieher/in ) eine heilpädagogische Haltung, die das einzelne Kind individuell trägt, bildet, erzieht und fördert. Gemeinsam mit den Verantwortlichen entwickeln wir für jedes Kind einen individuellen Hilfeplan.
Die Begleitung und Aufarbeitung eines persönlichen Entwicklungsweges stellt die Mitarbeiter/Innen stets vor unterschiedliche Anforderungen. Ihre Wissen und ihre Erfahrungen im Umgang mit den Kindern spiegeln sich in den Hilfeplangesprächen wieder.
Diese ganzheitliche Umfeld- und Beziehungsgestaltung ist die Voraussetzung dafür, dass die eigentlichen heilpädagogischen Maßnahmen einen tragfähigen Boden finden. Das Zusammenwirken  mit externen therapeutischen und medizinischen Angeboten, sowie dem regelmäßigen Kontakt und Austausch mit den Eltern, Lehrer, und anderen am Hilfeplan Beteiligten hat das Ziel eine stärkende, heilsame Atmosphäre zu schaffen in der das Kind seine Persönlichkeit entfalten und seinen individuellen Fähigkeiten mit Freude entwickeln kann.
Es geht dabei auch immer um die Perspektiventwicklung.
Soll der weitere Lebensweg nach Beendigung der Schule und Ausbildung in einer stationären Einrichtung für Erwachsene fortgeführt werden oder bietet das Trainingswohnen in Gartnisch eine Möglichkeit zur Vorbereitung eventuell später im betreuten Wohnen leben zu können?
 Zu jedem Zeitpunkt kann jeder Bewohner/in anhand der jeweiligen Entwicklungsschritte mit unseren Mitarbeitern/innen neu überlegen, wie es weiter gehen soll.